Im Projekt DIKUSA wird ein weiter Infrastrukturbegriff zugrunde gelegt. Infrastruktur umfasst sowohl Top-down-Ansätze in Form zentraler, nachhaltiger Services, die den langfristigen Zugang zu Forschungsdaten sichern, als auch Bottom-up-Ansätze in Form dezentraler Werkzeuge. Letztere unterstützen einzelne Forschungsprojekte dabei, ihre spezifischen Forschungsfragen und -ziele zu bearbeiten.
Zwei Perspektiven auf die DIKUSA Infrastruktur
Zwei Perspektiven auf die DIKUSA Infrastruktur
Weedata ist ein System zur strukturierten Datenerfassung mit besonderem Fokus auf geisteswissenschaftliche Forschungsvorhaben. Die Software ermöglicht die einfache Erstellung und Verwaltung von Datenmodellen sowie kontrollierten Vokabularen. Die erfassten Daten sind sowohl für Menschen als auch für Maschinen lesbar und können direkt mit Normdaten verknüpft werden. Sämtliche Daten stehen über standardisierte APIs zur Weiterverarbeitung und Auswertung zur Verfügung. Weedata ist leichtgewichtig, schnell einsetzbar und erfordert keinen umfangreichen Programmieraufwand. Dadurch eignet sich das System für den flexiblen Einsatz in unterschiedlichen Forschungsprojekten und Anwendungskontexten.
Virtuelles Kartenforum
Das Virtuelle Kartenforum (VKF) der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) ist ein zentrales Werkzeug für die Recherche und Visualisierung historischer Karten. Seit 2014 bietet das Portal die Georeferenzierung von Altkarten an, die dadurch punktgenau auf aktuellen Karten eingeblendet werden können. Der Schwerpunkt liegt auf Sachsen, Deutschland und Mitteleuropa, wobei das VKF kontinuierlich erweitert wird.
Im DIKUSA-Projekt wurden neue Features für das VKF entwickelt.Ein Highlight ist die Einführung von Mosaikkarten, die zusammengehörige Blätter von Kartenwerken wie etwa die kursächsischen Meilenblätter zu einem durchgängigen Layer verbinden. Diese Funktion vereinfacht die Bearbeitung von großräumigen Fragestellungen. Außerdem wurde ein Ausschnitt der Daten des Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen des ISGV als Vektorlayer in das VKF integriert.
Dies stellt einen der ersten für die Recherche nutzbaren Anwendungsfälle der Unterstützung des GeoJSON-Formats im VKF dar. Weiterhin wurden Karten aus dem VKF über den Web Map Service (WMS) in das DIKUSA-Tool Weedata eingebunden, um die Datenerfassung in den Teilprojekten zu erleichtern. Das VKF ist Open-Source und steht damit anderen Projekten zur Nachnutzung bereit. Es wird in verschiedenen Forschungskonsortien wie NFDI4Memory und IDOHIST weiterentwickelt, um die digitale historische Forschung zu stärken.