Dr. Dirk Goldhahn, PD Dr. Franziska Naether und Mag. Peter Mühleder gaben einen kurzen Überblick über die Ziele und Ergebnisse des Projekts aus Sicht des KompetenzwerkD. Der Fokus lag auf der Infrastruktur, Tools, Datensicherung, und Methoden des Wissenstransfers in der Qualifizierung von Mitarbeitenden und der Wissenschaftskommunikation. Direkt danach berichtete Martin Munke von der SLUB Dresden von den Neuerungen, die das DIKUSA-Projekte für das Virtuelle Kartenforum mit sich brachte.
Der Höhepunkt des Vormittags war die offizielle Freischaltung der DIKUSA-Dienste: die neue Website, das Forschungsdatenregister, das DIKUSA-Schaufenster mit mehreren Datenvisualisierungen etc. Gleichzeitig wurden die sieben DIKUSA-Kurzfilme präsentiert, die die vielfältigen Facetten des Projekts veranschaulichen.
Das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung (HAIT) stellte ein Projekt zur Erfahrungsgeschichte aus dem NS geflohener Mädchen und Frauen vor. Sophie Seeliger und Marc-André Weibezahn erläuterten beispielsweise Antisemitismus- und Emanzipationserfahrungen der Zeitzeuginnen auf Basis untersuchter Interviewquellen, und wie dies auf Fluchtrouten auf einer Karte visualisiert wurde.
- Die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (SAW) präsentierte ihre Arbeit zur Transformation bergbaulicher Landschaften im 20. Jahrhundert am Beispiel von Bad Schlema. Silvio Dittrich zeigte die vielfältigen Quellen rund um die Wismut-Erbe-Forschung, und wie Uranabbau und Renaturierung den Kurort nachhaltig veränderten – ein Beispiel für die Verbindung von Landschafts- und Kulturgeschichte.
- Das Sorbische Institut e.V. (SI) zeigte, wie eine virtuelle Arbeitsumgebung für die Erfassung sorbischer Kulturdenkmale entstanden ist – ein Schritt hin zu einer nachhaltigen digitalen Dokumentation einer Minderheitensprache und –kultur, die mit dem DIKUSA-Projekt nicht endet. Dabei geht Dr. Robert Lorenz von einem erweiterten Denkmalbegriff aus und stellte zahlreiche Beispiele vor, wie etwa Glasfenster des Künstlers Jan Buk.
- Das Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow (DI) beleuchtete die Teilhabe jüdischer Studierender an den technischen Hochschulen in Sachsen zwischen 1869 und 1938. Lisa Pribik zeichnete Biografien von Männern und auch wenigen Frauen nach, die durch technische Studiengänge nach Chemnitz, Dresden, Freiberg und Mittweida gelockt wurden.
- Das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas (GWZO) präsentierte Forschungsergebnisse zur Migration und Mobilität von Künstlerinnen und Künstlern im 17. Jahrhundert am Hofe Augusts des Starken und der Vernetzung der Höfe in der Frühen Neuzeit. Diana Lucia Feitsch und Susanne Jaeger haben Kunstschaffende diverser Metiers zusammengetragen – z. B. in Malerei, Musik, Schauspiel. Auch die Kunstwerke weisen bisweilen eine faszinierende Sammlungsgeschichte auf.
- Das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) stellte den Ausbau des Historischen Ortsverzeichnisses in Sachsen (HOV) in DIKUSA vor – die zentrale Schnittstelle für normierte Ortsdaten in Sachsen. Im Projekt wurde auch der Blick auf ein Portal historischer Reiseberichte gerichtet, und die Erweiterung des Virtuellen Kartenforums der SLUB um die HOV-Daten.
Die Konferenz endete mit der Präsentation der Ergebnisse aus den Kleingruppen und Perspektiven für die Zukunft. Dabei wurden zahlreiche Hinweise auf Fachliteratur, Projekte, Personen, Finanzierungsmöglichkeiten ausgetauscht und konkrete Ideen für neue Projekte unterschiedlichen Formats gepitcht.
Ein Abschiedskaffee rundete die Veranstaltung ab – ein Moment der Reflexion, des Dankes und der Motivation für die nächsten Schritte. Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden, Partnerinstitutionen und Förderer für eine gelungene und inspirierende Konferenz!