Die Konferenz begann am 15. Dezember um 10:00 Uhr mit einer herzlichen Begrüßung durch Prof. Dr. Hans-Joachim Knölker, Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften (SAW), und Staatssekretärin Prof. Dr. Heike Graßmann vom Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (SMWK). Beide betonten die Bedeutung des DIKUSA-Projekts als wegweisendes Beispiel im Bereich der Digital Humanities und Digital History in Sachsen. Neben Daten und Fakten zum Verbundprojekt betonten beide die Perspektiven für mögliche Folgeprojekte der sechs außeruniversitären geisteswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen Sachsens und ihrer Partner, die an DIKUSA beteiligt waren. Auch Aspekte der Forschungsfinanzierung wie ein Bekenntnis zur Förderung durch die Titelgruppe 70 der Landesförderung des SMWK kamen zur Sprache.

Dr. Dirk Goldhahn, PD Dr. Franziska Naether und Mag. Peter Mühleder gaben einen kurzen Überblick über die Ziele und Ergebnisse des Projekts aus Sicht des KompetenzwerkD. Der Fokus lag auf der Infrastruktur, Tools, Datensicherung, und Methoden des Wissenstransfers in der Qualifizierung von Mitarbeitenden und der Wissenschaftskommunikation. Direkt danach berichtete Martin Munke von der SLUB Dresden von den Neuerungen, die das DIKUSA-Projekte für das Virtuelle Kartenforum mit sich brachte.

Der Höhepunkt des Vormittags war die offizielle Freischaltung der DIKUSA-Dienste: die neue Website, das Forschungsdatenregister, das DIKUSA-Schaufenster mit mehreren Datenvisualisierungen etc. Gleichzeitig wurden die sieben DIKUSA-Kurzfilme präsentiert, die die vielfältigen Facetten des Projekts veranschaulichen.

Begrüßung und Einführung von SAW-Präsident Hans-Joachim Knölker (Foto: Franziska Naether)
Begrüßung und Einführung von SAW-Präsident Hans-Joachim Knölker (Foto: Franziska Naether)
Grußwort Staatssekretärin Prof. Dr. Heike Graßmann (Foto: Franziska Naether)
Grußwort Staatssekretärin Prof. Dr. Heike Graßmann (Foto: Franziska Naether)
Vortrag KompetenzwerkD, PD Dr. Franziska Naether (Foto: Birgit Pfeiffer)
Vortrag KompetenzwerkD, PD Dr. Franziska Naether (Foto: Birgit Pfeiffer)
Vortrag KompetenzwerkD, Dr. Dirk Goldhahn (Foto: Birgit Pfeiffer)
Vortrag KompetenzwerkD, Dr. Dirk Goldhahn (Foto: Birgit Pfeiffer)
Vortrag SLUB, Martin Munke (Foto: Franziska Naether)
Vortrag SLUB, Martin Munke (Foto: Franziska Naether)
Freischaltung der DIKUSA-Daten (Foto: Birgit Pfeiffer)
Freischaltung der DIKUSA-Daten (Foto: Birgit Pfeiffer)

Das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung (HAIT) stellte ein Projekt zur Erfahrungsgeschichte aus dem NS geflohener Mädchen und Frauen vor. Sophie Seeliger und Marc-André Weibezahn erläuterten beispielsweise Antisemitismus- und Emanzipationserfahrungen der Zeitzeuginnen auf Basis untersuchter Interviewquellen, und wie dies auf Fluchtrouten auf einer Karte visualisiert wurde.

- Die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (SAW) präsentierte ihre Arbeit zur Transformation bergbaulicher Landschaften im 20. Jahrhundert am Beispiel von Bad Schlema. Silvio Dittrich zeigte die vielfältigen Quellen rund um die Wismut-Erbe-Forschung, und wie Uranabbau und Renaturierung den Kurort nachhaltig veränderten – ein Beispiel für die Verbindung von Landschafts- und Kulturgeschichte.

- Das Sorbische Institut e.V. (SI) zeigte, wie eine virtuelle Arbeitsumgebung für die Erfassung sorbischer Kulturdenkmale entstanden ist – ein Schritt hin zu einer nachhaltigen digitalen Dokumentation einer Minderheitensprache und –kultur, die mit dem DIKUSA-Projekt nicht endet. Dabei geht Dr. Robert Lorenz von einem erweiterten Denkmalbegriff aus und stellte zahlreiche Beispiele vor, wie etwa Glasfenster des Künstlers Jan Buk.

- Das Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow (DI) beleuchtete die Teilhabe jüdischer Studierender an den technischen Hochschulen in Sachsen zwischen 1869 und 1938. Lisa Pribik zeichnete Biografien von Männern und auch wenigen Frauen nach, die durch technische Studiengänge nach Chemnitz, Dresden, Freiberg und Mittweida gelockt wurden.

- Das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas (GWZO) präsentierte Forschungsergebnisse zur Migration und Mobilität von Künstlerinnen und Künstlern im 17. Jahrhundert am Hofe Augusts des Starken und der Vernetzung der Höfe in der Frühen Neuzeit. Diana Lucia Feitsch und Susanne Jaeger haben Kunstschaffende diverser Metiers zusammengetragen – z. B. in Malerei, Musik, Schauspiel. Auch die Kunstwerke weisen bisweilen eine faszinierende Sammlungsgeschichte auf.

- Das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) stellte den Ausbau des Historischen Ortsverzeichnisses in Sachsen (HOV) in DIKUSA vor – die zentrale Schnittstelle für normierte Ortsdaten in Sachsen. Im Projekt wurde auch der Blick auf ein Portal historischer Reiseberichte gerichtet, und die Erweiterung des Virtuellen Kartenforums der SLUB um die HOV-Daten.

Vortrag HAIT, Sophie Seeliger (Foto: Franziska Naether)
Vortrag HAIT, Sophie Seeliger (Foto: Franziska Naether)
Vortrag HAIT, Marc-André Weibezahn (Foto: Franziska Naether)
Vortrag HAIT, Marc-André Weibezahn (Foto: Franziska Naether)
Vortrag SAW, Silvio Dittrich (Foto: Birgit Pfeiffer)
Vortrag SAW, Silvio Dittrich (Foto: Birgit Pfeiffer)
Vortrag SI, Dr. Robert Lorenz (Foto: Birgit Pfeiffer)
Vortrag SI, Dr. Robert Lorenz (Foto: Birgit Pfeiffer)
Vortrag DI, Lisa Pribik (Foto: Franziska Naether)
Vortrag DI, Lisa Pribik (Foto: Franziska Naether)
Vortrag GWZO, Diana Lucia Feitsch (Foto: Franziska Naether)
Vortrag GWZO, Diana Lucia Feitsch (Foto: Franziska Naether)
Vortrag GWZO, Dr. Susanne Jaeger und Diana Lucia Feitsch (Foto: Birgit Pfeiffer)
Vortrag GWZO, Dr. Susanne Jaeger und Diana Lucia Feitsch (Foto: Birgit Pfeiffer)
Vortrag ISGV, Eric Iwanski (Foto: Franziska Naether)
Vortrag ISGV, Eric Iwanski (Foto: Franziska Naether)
Der Nachmittag stand im Zeichen des DIKUSA-Speed-Datings: Hier konnten die Teilnehmenden in sieben Runden zu jeweils sieben Minuten an sieben Tischen die sechs Teilprojekte und das KompetenzwerkD mit der SLUB besuchen und mit ihren Fragen löchern. Dabei bekamen die Teilprojekte wertvolle Rückmeldungen und Denkanstöße, insbesondere die zwei Projekte von DI und GWZO, die 2026 noch weiterlaufen, auch für etwaige Folgeprojekte.
Der Nachmittag stand im Zeichen des DIKUSA-Speed-Datings: Hier konnten die Teilnehmenden in sieben Runden zu jeweils sieben Minuten an sieben Tischen die sechs Teilprojekte und das KompetenzwerkD mit der SLUB besuchen und mit ihren Fragen löchern. Dabei bekamen die Teilprojekte wertvolle Rückmeldungen und Denkanstöße, insbesondere die zwei Projekte von DI und GWZO, die 2026 noch weiterlaufen, auch für etwaige Folgeprojekte.
DIKUSA-Speed-Dating (Foto: Franziska Naether)
DIKUSA-Speed-Dating (Foto: Franziska Naether)
DIKUSA-Speed-Dating (Foto: Franziska Naether)
DIKUSA-Speed-Dating (Foto: Franziska Naether)
Führung in der DNB (Foto: Franziska Naether)
Führung in der DNB (Foto: Franziska Naether)
Führung in der DNB	(Foto: Franziska Naether)
Führung in der DNB (Foto: Franziska Naether)
Der zweite Tag begann mit einer Rückblickrunde durch die Werkstatt des KompetenzwerkD, die die Ergebnisse des ersten Tages zusammenfasste und erstes Feedback aufnahm. Dies ging nahtlos über in die Fishbowl-Diskussion zum Thema: „Die Zukunft der historischen Forschung in digitalen Kontexten: Zur Nachhaltigkeit von Kulturdaten“. Moderiert von Dr. Thomas Efer (Uni Leipzig) diskutierten die Expert:innen Dr. Katrin Moeller (Halle), Dr. Jana Moser (IfL Leipzig), Dr. Anca Prodan (SI/BTW Cottbus-Senftenberg) und Clemens Beck, M.A. (Uni Jena) zusammen mit weiteren Teilnehmenden die zentrale Herausforderung: Wie kann die Nachhaltigkeit digitaler Forschungsprodukte sichergestellt werden? Die Diskussion zeigte, dass digitale Projekte nicht nur mit der Entwicklung, sondern auch mit der langfristigen Pflege und Archivierung verbunden sind – ein Thema, das künftig stärker in Forschungsplanung und Förderung berücksichtigt werden muss.
Anschließend folgte eine interaktive Arbeit in vier Kleingruppen, moderiert von Dr. Julia Roos (DI). Die Expert:innengruppen – aus den Bereichen Geschichte und Public History, Digital Humanities, Historische Geografie sowie Infrastruktur und Informatik – arbeiteten gemeinsam an Visionen für die weitere Nutzung von DIKUSA-Daten und möglichen Folgeprojekten. Auch Themen wie mögliche weitere Kooperationen, Aspekte von Forschungsdatenmanagement gemäß der „FAIR“-Prinzipien (findable, accessible, interoperable, reusable), Fragen über digitales Kulturerbe und Ermöglichung einer nachhaltigen, langfristigen Infrastruktur standen im Fokus.
Fishbowl-Diskussion (Foto: Franziska Naether)
Fishbowl-Diskussion (Foto: Franziska Naether)
Fishbowl-Diskussion (Foto: Franziska Naether)
Fishbowl-Diskussion (Foto: Franziska Naether)
Fishbowl-Diskussion (Foto: Franziska Naether)
Fishbowl-Diskussion (Foto: Franziska Naether)
DIKUSA-Speed-Dating 	(Foto: Franziska Naether)
DIKUSA-Speed-Dating (Foto: Franziska Naether)

Die Konferenz endete mit der Präsentation der Ergebnisse aus den Kleingruppen und Perspektiven für die Zukunft. Dabei wurden zahlreiche Hinweise auf Fachliteratur, Projekte, Personen, Finanzierungsmöglichkeiten ausgetauscht und konkrete Ideen für neue Projekte unterschiedlichen Formats gepitcht.

Ein Abschiedskaffee rundete die Veranstaltung ab – ein Moment der Reflexion, des Dankes und der Motivation für die nächsten Schritte. Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden, Partnerinstitutionen und Förderer für eine gelungene und inspirierende Konferenz!

Die DIKUSA-Abschlusskonferenz war somit mehr als nur ein Abschluss eines Verbundprojekts – sie war ein wichtiges Moment für die Digitalen Geisteswissenschaften in Sachsen, und im engeren Sinne für die beteiligten Institute und ihre Partner. Die Vernetzung von Forschung und Infrastruktur hat nicht nur konkrete Ergebnisse hervorgebracht, sondern auch ein lebendiges Netzwerk geschaffen, das über das Projekt hinaus wirken wird. DIKUSA hat auch gezeigt: Digitale Kulturdaten sind mehr als nur Daten – sie sind Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und sie brauchen gemeinsame Verantwortung – für die Nachhaltigkeit, die Vielfalt und die Erinnerung.
Arbeit in Kleingruppen (Foto: Birgit Pfeiffer)
Arbeit in Kleingruppen (Foto: Birgit Pfeiffer)
Arbeit in Kleingruppen (Foto: Birgit Pfeiffer)
Arbeit in Kleingruppen (Foto: Birgit Pfeiffer)
Präsentation der Arbeit der Kleingruppen (Foto: Birgit Pfeiffer)
Präsentation der Arbeit der Kleingruppen (Foto: Birgit Pfeiffer)
Präsentation der Arbeit der Kleingruppen  	(Foto: Birgit Pfeiffer)
Präsentation der Arbeit der Kleingruppen (Foto: Birgit Pfeiffer)
Abschlussrunde (Foto: Birgit Pfeiffer)
Abschlussrunde (Foto: Birgit Pfeiffer)
Abschlussrunde (Foto: Birgit Pfeiffer)
Abschlussrunde (Foto: Birgit Pfeiffer)
Mittagspause (Foto: Franziska Naether)
Mittagspause (Foto: Franziska Naether)
Publikum  	(Foto: Franziska Naether)
Publikum (Foto: Franziska Naether)