Dokumentation des Verschwindens

Drei Werke Jan Buks im digitalen Gedächtnis

Jan Buk (1922-2019) gilt als der bedeutendste sorbische bildende Künstler der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, der mit seinem Werk der sorbischen Malerei den Weg in die Moderne öffnete. Zu seinem Gesamtwerk gehören auch mehrere Auftragsarbeiten im für die öffentliche Baupolitik der DDR charakteristischen Feld der Baugebundenen Kunst.

Bleiglasfenster „Mensch im Weltall"

1983–2023

Sein wichtigstes Kunstwerk in diesem Arbeitsfeld stellt die 1983 für die POS "Jurij Gargarin" im Bautzener Plattenbauviertel Gesundbrunnen geschaffene großformatige Bleiverglasung "Mensch im Weltall" dar. Die aus 14 metallgerahmten Einzelfenstern bestehende Arbeit (200 x 700 cm) war im Foyer der Schule angebracht, einem charakteristischen DDR-Typenbau. Das ehemalige Schulgebäude wurde 2025 abgerissen. Jan Buks Kunstwerk war zuvor 2023 durch die Stadt Bautzen, deren Ehrenbürger Buk seit 2007 als erster Sorbe in der Geschichte ist, abgenommen und eingelagert worden. Eine zukünftige Wiederanbringung an neuem Ort ist damit möglich. Der Vorgang reflektiert die gewachsene gesellschaftliche Sensibilisierung für Arbeiten, die unter dem Schlagwort der "Ostmoderne" seit den späten 2010er Jahren in die öffentliche Aufmerksamkeit traten und dabei eine neue Wertschätzung erlangen konnten. Dies ist umso wichtiger, als ein Denkmalschutz-Status für "Mensch im Weltall" nicht bestand.

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